Alperen Sengün und die Türkei marschieren weiter

Die Türkei feierte bei der EuroBasket 2025 ihren zweiten Sieg gegen eine tschechische Mannschaft, die stärker war, als das Endergebnis vermuten lässt. Angeführt von einem ...

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Von Niko Jens Schwann

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Die Türkei feierte bei der EuroBasket 2025 ihren zweiten Sieg gegen eine tschechische Mannschaft, die stärker war, als das Endergebnis vermuten lässt. Angeführt von einem dominanten Alperen Sengün sind die Türken fast sicher für die zweite Phase qualifiziert.

Wo ordnen wir Alperen Sengün ein?

Der Big Man der Houston Rockets kam ziemlich unauffällig zu diesem internationalen Event. Dabei hat er nach zwei starken NBA-Saisons und einer All-Star-Ehrung in diesem Jahr längst gezeigt, was in ihm steckt. Trotzdem taucht er in Superstar-Diskussionen der besten Liga der Welt selten auf. Jetzt will er beweisen, dass FIBA-Basketball eine ganz andere Geschichte ist.

Sengün bringt alles mit, um in einer Spielweise, die weniger Athletik verlangt wie die FIBA, zu dominieren. Er löst mögliche Platzprobleme mit exzellenter Übersicht und bestraft jedes Doppeln. Eins-gegen-eins ist er nicht zu stoppen, egal ob er schwächere Verteidiger unter dem Korb aufmischt oder langsamere Big Men mit dem Gesicht zum Korb angreift. Genau so hat er heute das Spiel übernommen und war immer dann der Anker der Türkei, wenn es eng wurde.

Heute bekam er zudem starke Unterstützung unter dem Korb von Ercan Osmani. Das Ergebnis: beinahe ein Triple-Double mit 23/12/9.

Eine widerstandsfähige tschechische Mannschaft

Die Tschechen starteten wie der Blitz. Sie erzwangen Ballverluste, trafen sicher aus der Distanz und erhöhten unerschrocken das Tempo. Vit Krejci setzte mit einem krachenden Dunk samt Bonus-Freiwurf direkt in Sengüns Gesicht ein Ausrufezeichen. Am Ende des ersten Viertels führten sie 27:21. Anschließend ließ ihre Trefferquote nach, während die Türkei weiter aufs Gas drückte.

Trotzdem kamen sie in der zweiten Halbzeit mehrfach bis auf einen einstelligen Rückstand heran – vor allem dank Martin Peterka, der 23 Punkte erzielte und 5-von-7 Dreiern traf. Am Ende stützten sich die Tschechen jedoch zu sehr auf Würfe von außen gegen die langen Aufstellungen der Türkei.

Final Dagger

Im Schlussviertel zündete die Türkei den sechsten Gang und erspielte sich durch einen Dreier von Shane Larkin eine 20-Punkte-Führung. Damit konnten sie endlich durchatmen – etwas, das in den ersten drei Vierteln kaum möglich war. Cedi Osman blieb weiter aggressiv in der Zone, und als ein paar seiner Würfe fielen, war das Momentum endgültig auf türkischer Seite.

Herausragende Akteure

Alperen Sengün

Wie erwähnt: Wir müssen uns fragen, wo der Rockets-Center in diesem Star-System der EuroBasket steht. Hinter dem gefürchteten Trio? Über oder unter Lauri Markkanen und Franz Wagner? Am Ende spielt es kaum eine Rolle. Das Schicksal der Türkei hängt an ihm, und in Turnieren wie diesem legen Spieler oft den Grundstein für den nächsten großen Sprung in der NBA.

Martin Peterka

Weil Vit Krejci enttäuschte, mussten Akteure wie Peterka liefern. Seine starke Wurfleistung entsprang mehr spontaner Eingebung als fein gefertigten Aktionen. Die Tschechen boten ihren Schützen wenig, doch alle, die ihre Chancen bekamen, nutzten sie über den Erwartungen.

Cedi Osman

Er führt eine Generation an, die jetzt endlich auch mal in die Co-Pilot-Rolle schlüpfen kann. Osman ist auf beiden Seiten des Feldes unnachgiebig. Heute fiel sein Wurf anfangs nicht wie gewohnt, deshalb attackierte er den Korb und zog zehn Freiwürfe.


Schau dir hier die Spielstatistiken an.

(Titelbild mit freundlicher Genehmigung von FIBA Europe)

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