Vor zwei Tagen legte Deutschland mit einem souveränen Start in den EuroBasket und einem Kantersieg gegen Montenegro los. Die zweite Partie verlief kaum anders: Schweden fand ebenfalls kein Gegenmittel gegen die deutsche Offensivpower und musste sich mit 105:83 geschlagen geben. Sie sahen nie wie ernsthafte Konkurrenten aus, was ihren Weg ins Achtelfinale erschwert.
Eine Dampfwalze
Ein 8:0-Lauf gleich nach dem Tip-off reichte beinahe schon aus, um jede Hoffnung auf eine Überraschung zu ersticken. In den ersten drei Minuten wurde klar: Schweden hatte kein Rezept, um Deutschlands Punkte in der Zone zu verhindern.
Zunächst war es Daniel Theis, der nach dem Block an den Korb rollte. Dann setzte Franz Wagner im Fastbreak nach, und nach und nach reihten sich mehr Spieler in die Punktejagd ein. Dennis Schröders Drives, die Größe und Kraft der Forwards im Low Post … Die Möglichkeiten, am Korb abzuschließen, schienen endlos. Mikko Riipinens Team fand keine wirkliche Antwort.
The first time was so nice. He had to do it 𝙏𝙝𝙚𝙞𝙨 🤧#EuroBasket pic.twitter.com/Df6MPmBOt6
— FIBA EuroBasket (@EuroBasket) August 29, 2025
Diese Dominanz bescherte Deutschland zur Halbzeit 59 Punkte – die höchste Ausbeute in einer ersten Hälfte bei einer EuroBasket für das deutsche Team – und zwang Schweden zu einem hohen Offensivtempo, um nicht abgehängt zu werden. Das gelang nicht. Melwin Pantzar setzte zwar hin und wieder starke Impulse, doch es blieb zu inkonstant. Zwei oder drei Angriffe ohne Punkte reichten, damit sich Deutschland weiter absetzen konnte.
Das machte es schwierig.
Schröders Frust
Der einzige wirkliche Lauf von Schweden resultierte eher aus Deutschlands Frustration als aus eigenem Momentum. Schröder und das gesamte deutsche Team verloren kurz die Nerven, als einige strittige Pfiffe in schneller Folge gegen sie fielen: Erst landete Schröder zweimal auf dem Boden, nachdem er Offensivfouls gefordert hatte, die sich stattdessen in schwedische Dreier verwandelten. Dann wurde ihm ein Rückspiel angehängt, obwohl die Verteidigung den Ball berührt hatte.
Wenn seine Proteste nach den ersten beiden Szenen schon heftig waren, löste die dritte Situation einen Ausbruch aus. Prompt folgte ein Technisches Foul, das in einem 0:7-Lauf endete. Darüber hinaus blieb Deutschland aber Herr der Lage.
Sie dominierten die erste Hälfte, die mit 17 Punkten Vorsprung endete, und kontrollierten auch die zweite, ohne jemals voll durchzuziehen. Schweden hatte hin und wieder offensive Highlights von draußen – begünstigt durch eine nach der Pause etwas nachlässigere Abwehr. Doch Deutschland fand stets eine Antwort. Eine Aufholjagd war nicht in Sicht. Das Gefühl der Kontrolle blieb, auch wenn die Intensität nicht am Anschlag war.
Und so holten sich die amtierenden Weltmeister im Schongang ihren zweiten Sieg, erneut mit mehr als 20 Punkten Differenz und zum zweiten Mal jenseits der 100-Punkte-Marke. Noch konnte niemand sie in Bedrängnis bringen. Ändert sich das im morgigen Duell mit Litauen?
Standout players
Dies waren die Topakteure im Duell Deutschland–Schweden:
Dennis Schröder
Er dominierte das Spiel von Anfang bis Ende. Zunächst brillierte er als Spielmacher im Pick-and-Roll und fand allmählich seinen Rhythmus als Scorer. Am Ende führte er die Partie mit 23 Punkten und 7 Assists an.
Franz Wagner
Wie schon gegen Montenegro hatte ihn niemand wirklich im Griff, sobald er zum Korb zog. Seine aggressive Spielweise und sein feines Händchen in der Zone brachten ihm 21 Punkte in 22 Minuten ein.
Melwin Pantzar
Er verhinderte ein noch größeres Debakel, vor allem in der ersten Halbzeit. Mit 18 Punkten war er der beste Werfer der Schweden, die allerdings wesentlich weniger flüssig auftraten als gegen Finnland und sich zu sehr auf seine 5 von 6 Dreier verließen.
(Cover photo: FIBA)